Kinder- und Jugendhilfe

Als Quereinsteiger zum staatlich anerkannter Erzieher

Beim ASB wird Hilfsbereitschaft zum Beruf, denn eine gute Tat pro Tag reicht nicht! In „Schlumpfhausen“ macht sich Peter Schmerler auf den Weg zum staatlich anerkannten Erzieher

Peter Schmerler möchte Erzieher werden. Die Praxis in der Kita lässt ihn oft auch staunen: „Was so alles in einen Kinderhandschuh passt…Ein Fuß, mindestens 10 Gramm Sand und zwei Murmeln.“

Foto: ASB Landesverband Sachsen-Anhalt / Irina Schmaus

Unsere Auszubildenden sind tagtäglich dort, wo Menschen Hilfe benötigen. Sie bringen frischen Wind in den Kita-Alltag, sie gestalten und begleiten das Leben von Pflegebedürftigen, retten Leben oder managen den Büroalltag. In „Schlumpfhausen“ macht sich Peter Schmerler auf den Weg zum staatlich anerkannten Erzieher.

Obwohl er Mathematik studiert und als Nachhilfelehrer sein Studium finanziert hat, war ihm der Gedanke an eine sich anbahnende Uni-Laufbahn unerträglich. Durch ein Orientierungspraktikum in einer Kita hat Peter Schmerler (40) vor Beginn seiner Erzieherausbildung bereits „Arbeitsluft“ geschnuppert. Dort wurde er vor allem durch die Leiterin gefördert. Nun macht der Quereinsteiger seinen Abschluss als staatlich anerkannter Erzieher in der ASB-Kita „Schlumpfhausen“ in Halle (Saale). „Ich möchte einen Beitrag für die Zukunft leisten und wie kann ich das besser, als den Kleinsten der Gesellschaft Orientierung zu geben, ihre Persönlichkeit zu stärken und ihnen den Weg ins Leben zu ebnen?“ Dass er bei seiner Arbeit mit den Kindern auch eigene Ideen einbringen kann, begeistert ihn umso mehr. So ist für ihn vor allem die Integration von Sprache und Sprachförderung in den Kindergartenalltag ein wichtiger Motor. „Ich rede mit den Kindern z.B. über Freundschaft, wir erfinden wundersame Märchen und träumen laut die Zukunft. Sprache ist für mich der Schlüssel zur Welt. Und je besser Kinder Sprache gebrauchen, desto besser meistern sie ihr Leben“, ist sich Peter sicher. Ist er in der Gruppe, geht´s meist nach draußen zum Spielen. Wenn dann doch mal alle drin sind, bietet er seinen Schützlingen gern Karten - oder Brettspiele an. „Das fördert nicht nur das sprachliche Potenzial, es wird das eigenverantwortliche Verhalten gestärkt. Ich möchte den Kindern Verantwortung übertragen und sie zu echten Entscheidungen befähigen. Wenn ich sehe, dass mir das gelingt, weiß ich, dass ich meinen Traumberuf gefunden habe“, sagt er und gibt unumwunden zu, dass er leider überhaupt nicht malen kann. Aber das haben die Kinder, die kein Blatt vor den Mund nehmen, zum Glück noch nicht bemerkt.

Text und Foto: Irina Schmaus, Referentin für Projekt-  und Öffentlichkeitsarbeit / Datenschutz Arbeiter-Samariter-Bund Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.

Artikel erschienen im ASB-Magazin, Zeitschrift des Arbeiter-Samariter-Bundes Deutschland e.V., Ausgabe Juni 2022